Better Than Chocolate
Dieser Film ist bestimmt nichts für einen Fernsehabend mit tiefsinniger Unterhaltung. Eher im Gegenteil, es ist eine nette Liebesgeschichte zwischen Maggie und Kim. Aber von vorn. Maggie hat gerade die Uni geschmissen und dies erfährt ihre Mutter durch einen Brief von der Uni. Als sie Maggie zur Rede stellen will, teilt sie ihrer Tochter auch gleich mit, dass sie sich von ihrem Lebensgefährten getrennt hat und nun zusammen mit Maggies Bruder Paul zu Maggie ziehen will. Diese Ankündigung ist nicht ganz unproblematisch, da Maggie nicht nur ihr Studium geschmissen hat, sondern eben auch lesbisch ist, was wiederum ihre Mutter nicht weiß. So umgibt sie sich in den lesbischen Kreisen Vancouvers mit diversen Paradiesvögeln, tritt in einer Gay Bar auf und arbeitet in einem lesbischen Buchladen. Und just in diesem Moment trifft sie auch noch Kim. Da Kim keine Bleibe hat, zieht sie gleich auch noch bei Maggie ein. Ab diesem Moment sind die komischen Momente des Films schon vorprogrammiert und man kann sich einfach zurücklehnen und genießen. Ihre Mutter hat Scheuklappen auf und kapiert eigentlich gar nicht, ihr Bruder erwischt Maggie und Kim beim Sex, was ihn selbst aber eher amüsiert und so trudelt die Story weiter und weiter. Der Film bietet aber zumindest ansatzweise auch ein paar ernste Ansätze. So wird auch die Geschichte Judys, eines Transsexuellen, erzählt, der sich in Frances, der Besitzerin des Lesbenbuchladens, verliebt hat. Judys Eltern wollen ihm/ihr nach langer Zeit der Funkstille eine Wohnung kaufen, doch Judy muss schließlich feststellen, dass sie dies nur tun, um den Kontakt endgültig abbrechen zu können. Auch Frances, eine der wirklich gelungenen Figuren des Films, hat so ihre Probleme. Der Zoll beschlagnahmt immer wieder Bücher und Filme, die sie in ihrem Laden verkaufen will, wegen obszönen Inhalten. So kommt es auch zu wirklichen komischen Szenen beim Zoll (mehr sei hier nicht verraten). Auch das Ende der Geschichte wird mit einem eher politischen Thema verwoben, so dass man insgesamt sagen kann, wenn man den Film wirklich aufmerksam schaut, ist er gar nicht so kurzweilig wie er anfangs scheint. Die eigentliche Liebesgeschichte zieht sich zwar schön wie ein roter faden durch den Film, aber die Nebenschauplätze sind viel viel interessanter. Für mich, auch wegen dem netten Happy End ein wirklich gelungener Lesbenfilm. (weiter…)

















